Aus dem Altenmarkter Heimatbuch:



Nach schwierigem Anfang zu beachtlicher Größe



Der Turn- und Sportverein



Altenmarkt/Alz e. V.



Vor dem 2. Weltkrieg bestand in Altenmarkt eine Vereinigung von Turnern, die sich aber mangels Interesse wieder auflöste. Ein ähnli­ches Schicksal erlitt 1952 der nach dem Krieg gegründete FC Alten­markt, obwohl er schöne Erfolge er­zielte. Weil 1954/55 auf dem Sportplatzgelände das neue Volksschulgebäude erbaut wurde, war für Spiel und Sport kein Platz mehr vorhanden. 1963 unternahm dann eine Gruppe sportbegeisterter Altenmarkter den erneuten Versuch, einen Verein aus der Taufe zu heben. Als feststand, dass dieser Gründungsversuch eben­falls fehlschlug, reifte bei Bürger­meister Josef Daxenberger und Käm­merer Hans Egner der Entschluss, selbst etwas zu unternehmen.
Am 31. Juli 1964 kam die Idee zur Gründung eines Turn- und Sport­vereines endgültig zum Durchbruch. Der neue Verein sollte aufgrund der früheren Erfahrungen nicht nur auf eine einzige Sportart ausgerichtet sein, sondern zum Turn- und Sport­verein werden, unter dessen Fitti­chen sich in eigenen, selbständigen Abteilungen alle Sportarten etablie­ren können. Durch eine derart breite Fächerung würde der neue Verein an sich stabiler sein und auf vielen Säu­len ruhen. Daneben galt es aber auch, verantwortungsbewußte und erfahrene Männer für die Übernah­me von Vorstandsschaftsämtern zu finden. In erster Linie würde der Verein die Hilfe der Gemeinde brau­chen, weil nur sie in der Lage wäre, ein Gelände für den Sportplatz zur Verfügung zu stellen und später eine Turnhalle zu bauen. Es traf sich güns­tig, dass sie kurz zuvor am soge­nannten Traunspitz eine Fläche von 28 000 qm erworben hatte, auf der mit einigem Wohlwollen der Sport­platz gebaut werden könnte. Bei ei­ner weiteren Zusammenkunft wurde die im Entwurf bereits vorliegende Vereinssatzung ausgearbeitet, die Ta­gesordnung für die Gründungsversammlung aufgestellt und auch schon ein Vorschlag für die Beset­zung der Ämter der Vorstandschaft gemacht. Breiten Raum nahm die Erörterung über die Festsetzung der Mitgliedsbeiträge ein. Die Gründungsversammlung wurde auf den 26. September 1964 einberufen. Ei­nige Kurzberichte über die im Gan­ge befindlichen Bestrebungen in der Zeitung hatten die Neugier schon vieler Interessenten geweckt.


Die Gründungsväter

Die Anwesenden beschlossen die Gründung des Vereins, wählten ein­stimmig den Bürgermeister Josef Daxenberger selbst zum 1. Vorstand und bestimmten als weitere Mitglie­der der Vorstandschaft Franz Streitwieser, Max Fontana, Hans Egner und Erich Losert. Zum neu geschaf­fenen Vereinsausschuss gehörten Gerhard Bernhard, Max Fichtl, Otto Wagner und Adolf Jetzelsperger. 84 Personen unterschrieben be­reits bei der Gründung die auflie­genden Beitrittserklärungen. Selbst Optimisten hatten nicht erwartet, dass der neue Verein schon am Gründungstag fast 100 Mitglieder haben würde. Eine Abstimmung er­gab eine große Mehrheit für den Na­men „Turn- und Sportverein Alten­markt/Alz". Der TSV wählte als sei­ne Vereinsfarben weinrot/weiß und wurde auch sofort Mitglied beim Dachverband, nämlich dem Bayeri­schen-Landes-Sportverband.

Ski-Abteilung

Schon zwei Jahre vor der TSV-Gründung drängte es die Altenmarkter Skifahrer zum sportlichen Wettkampf. Berti Wimmer, selbst aktiver Skifahrer, gründete im Januar 1963 die "Skifreunde Altenmarkt". Diese wurden dann als Ski-Abtei­lung des TSV Altenmarkt im No­vember 1964 übernommen. Erster Abteilungsleiter war Ger­hard Bernhard. Mit Ausnahme des schneearmen Winters 1972 führte die Ski-Abteilung jährlich Kinderskitage und Vereinsmeisterschaften durch und nahm auch an überregio­nalen alpinen Skirennen teil. 1970 ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Gemeinde stellte für das Training einen Waldhang zur Verfügung. In Gemeinschaftsarbeit rodeten und planierten ihn die Ski­fans. Letztlich war er aber doch nicht attraktiv genug - heute ist er wieder völlig zugewachsen. Die da­mals gute Jugendarbeit hat mehrere Talente hervorgebracht, von denen zwei besondere Erwähnung verdie­nen. Hannelore Wimmer, Tochter von Berti Wimmer, wurde unter ande­rem 1972 deutsche Vizemeisterin der Schülerinnen im Slalom. Sie gehörte auch dem D-Kader des Deutschen Skiverbandes an. Hansi Freund, der Sohn des Altenmarkter Skilehrers Albert Freund, wurde nicht uner­wartet deutscher Schülermeister. In den letzten Jahren ließ dann aus vielerlei Gründen das Interesse am organisierten Skifahren nach. Die Abteilung stellte man nicht ein, sondern wurde kommissarisch vom 1. Vor­stand Rolf Gönner weitergeführt. Ab 1999 bewirkte wachsendes In­teresse der Mitglieder, dass nach län­gerer Pause im Jahre 2000 bzw. 2001 wieder Ski-Vereinsmeisterschaften durchgeführt wurden.

Fußball-Abteilung

Im April 1965 war es nach intensiven Vorbereitungen so weit, dass die Fussball-Abteilung gegründet werden konnte, die man mit Recht als die Hauptsportart in unserem TSV bezeichnen darf. Das Ehrenamt des 1. Abteilungsleiters übernahm sofort Josef Sedlmeier sen. Nach 18 verdienstvollen Jahren gab er dieses Aufgabengebiet an Josef Weisky ab. Dieser wiederum behielt das Steuer der Fußball-Abteilung weitere 12 Jahre in der Hand, um es dann 1995 an seinen Stellvertreter Herbert Lainer zu übergeben, der diese Aufgabe - unterstützt von sei­nem Stellvertreter Alfons Jahn - bis zum heutigen Tage wahrnimmt. Alle drei haben es verstanden, mit vielen Helfern die Fußball-Abteilung zu mehreren Meistertiteln bzw. Klas­senaufstiegen zu führen. Aber zu­rück ins Gründungsjahr. Da der Al­tenmarkter Fußballplatz noch nicht vorhanden war, fand der Spiel- bzw. Trainingsbetrieb in St. Wolfgang und auf der Dietlwiese statt. Man musste bis zum 7. August 1966 mit diesem Provisorium leben. Erst dann war der eigene Platz am Traunspitz mit ca. 3000 Stunden Eigenleistung fertig­gestellt und ein Jahr später auch der Bau der Umkleidekabinen vollendet. Ab der Saison 67/68 nahmen bereits vier Mannschaften am Punktspielbe­trieb teil, darunter eine Jugend- und eine Schülermannschaft. In den Folgejahren wuchs die Fußball-Abtei­lung überproportional. Insgesamt 13 Meistertitel erspielten sich unsere Herrenmannschaften. Davon bleibt ein Spiel unvergessen -1991 das nervenaufreibende Ent­scheidungsspiel um die Meister­schaft (und damit um den Aufstieg in die damalige A-Klasse) vor 1200 Zuschauern in Chieming. Der TSV Übersee wurde am 12. Juni mit 8 : 7 nach Verlängerung und Elfmeter­schießen niedergerungen (in der 121. Minute köpfte Robert Hausner das 5 : 5, beim Elfmeterschießen war es Stefan Ober vorbehalten, das ent­scheidende Tor zu erzielen}. Ein wei­terer Meilenstein war das Spiel gegen die Mannschaft des TSV 1860 München im Rahmen der 25-Jahr-Feier unseres TSV im Jahre 1989. Dabei war das Ergebnis (0 : 5) nur zweit-rangig. In Erinnerung bleiben die siebenmaligen Siege beim ältesten Hallenturnier Bayerns in Trostberg.

Aber nicht nur bei den Herren­mannschaften wurde gute Arbeit ge­leistet. Auch die Jugendarbeit war bzw. ist hervorragend. Männer der ersten Jahre im Juniorenbereich wa­ren Günter Kölns, Ernst Grüner, Ge­org Hausner und Kurt Gdynia. Eben­falls waren Peter Randlinger, Erich Seifert und Reinhard Döbl, die mehr als 15 Jahre Jugendmannschaften be­treuten, große Stützen im TSV-Fußball. Erfolgreich war die A-Jugend in der Kreisliga mit Betreuer Günter Kalus in den 80er Jahren. Nicht zu vergessen sind die vielen Helfer, die im Umfeld des Fußballs ihre Ehrenämter bekleiden. Stellvertretend für viele andere sind zu nennen: Wolf­gang Geiler, Georg Hausner und Ernst Grüner sen-., Jugendleiter Josef Sedlmeier jun. und Manni Karlstetter, sowie der seit 1979 unermüdlich agierende Platz- und Gerätewart Hermann Müller — bekannt auch für seine Rundum-Versorgung bei den Fußballern. Seit drei Jahren findet das Erich-Seifert-Gedächtnisturnier jeweils im September für die F- und E-Junioren (mit 16 teilnehmenden Mannschaften) statt. Es ist ein abso­lutes „Highlight" der Fußball-Abteilung und wirbt eindrucksvoll für den Nachwuchssport.

Die eigene Stadionzeitung mit rund 60 Werbeträgern erscheint für alle Interessenten kostenlos bereits im neunten Jahr zu jedem Heimspiel mit einer Auflage von 150 Stück. Gesellschaftliche „Hochburgen" und Treff aller Kicker waren in den Sieb­zigern und Achtzigern das Gasthaus „Baumgartner" mit den Wirtsleuten Neugebauer, das „Cafe Geyer" mit den Wirtsleuten Hilde und Kurt Pradel.

Leider fehlt gegenwärtig ein sol­cher Treffpunkt- Ehrenmitglieder der Fußball-Abteilung sind Josef Sedl­meier sen. und Josef Weisky (uner­reichte 18 bzw. 12 Jahre Fußball-Abteilungsleiter), Günter Kalus (au­ßergewöhnlich ca. 2 Jahrzehnte Ju­gendtrainer) und Adi Grüner (Erfolgstrainer der 1. und 2. Herren­mannschaft). Die Rekordspieler sind Charly Hauer mit unglaublichen 660 Spieleinsätzen, Robert Hausner mit 582, Rudi Sommerauer mit 551, Josef Schwarz mit 537, dazu Stefan Ober mit 514 und Walter Gerber mit sei­nen 500 Spieleinsätzen.Des Weiteren hat die Fußball-Abteilung immer verdiente Schieds­richter aufzuweisen, wie z. B. Josef Sedlmeier sen., Erich Neubert und Josef Weidenthaler. Insgesamt sind in der Fußball-Abteilung ungefähr 25 Personen ehrenamtlich tätig. Im Junlorenbereich (ab 6 Jahre) ist und bleibt es das Ziel wie bisher, sämtli­che Altersklassen zu besetzen. Der Breitensport steht auch hier im Vordergrund. Problematisch ist es gera­de bei den Junioren, Übungsleiter zu finden, die sich unentgeltlich zur Verfügung stellen. Es bedarf hierbei fast schon akrobatischer Künste un­serer Fußball-Abteilung, Jahr für Jahr alle Betreuerposten zu beset­zen, sind doch zur Zeit immerhin acht bis zehn Mannschaften am re­gelmäßigen Training bzw. in der Punktspielrunde beteiligt.

Leichtathletik-Abteilung

Im gleichen Monat, in dem die Fußball-Abteilung gegründet wurde, fand sich ein Häuflein begeisterter Sportler zusammen, die eine eigene Leichtathletik-Abteilung zum Leben erweckten. Sebastian Aiblinger wurde zum Abteilungslei­ter gewählt. Da weder Sportanlagen noch Geld vorhanden waren, griffen die Leichtathleten selbst zu Schaufel und Pickel - Samstag für Samstag und manchmal auch an den Abenden.

Nachdem das große Hochwasser, das im Juni 1965 den ganzen Sport­platz überflutete, sieh wieder verzo­gen hatte und die Humusplanie für den Fußballplatz fertiggestellt war, fand am 11. September 1965 der ers­te Spatenstich für die Aschenbahn und die anderen leichtathletischen Anlagen statt. Meter für Meter wuchs die 400 m-Laufbahn, bis sie zusam­men mit den übrigen Anlagen wie Weitsprunggrube usw. nach 42 an­strengenden Arbeitsschichten mit ins­gesamt 1298 Arbeitsstunden fertigge­stellt war. Die letzten 14 Meter wur­den trotz eines starken Gewitters und strömenden Regens in der Abend­dämmerung des 23. Juni 1966 noch eingebaut. Da aber die Aschenbahn noch zu weich war, musste bei der Sportabzeichenprüfung immer noch improvisiert werden, immer wieder feuerte der 1970 gewählte, nimmer­müde Abteilungsleiter Gottfried Wall­ner seine Leichtathleten an. Als er sich damals das Bein brach, führte er die Übungsstunden auch mit Gips­bein weiter durch.

Weitsprung und Kugelstoß absol­vierten die Leichtathleten auf den dürftigen, viel zu kleinen Anlagen der Schule. Der 100 m-Lauf wurde auf den Weg entlang der Alz bei der Angermühle verlegt. Dabei störte es niemanden, dass über Schlaglöcher und eine leichte Kurve gelaufen wer­den musste. In den folgenden Jahren wurde der Breitensport kräftig ge­fördert. Die Leichtathleten bauten damals auch die allgemeinen Turn­stunden mit Gymnastik auf und führ­ten sie unter schwierigen räumlichen Verhältnissen in der Eingangshalle der Volksschule auf Steinfußboden durch. Geräte standen nicht zur Ver­fügung. Mit der Gründung der Turnabteilung ging diese Sparte auf die Turnabteilung über. Dadurch war die Abteilung in der Lage, sich stärker auf ihre eigentliche Aufgabe zu konzentrieren. Dies war auch nö­tig, weil das Interesse an der Leicht­athletik durch die Sport- und Mehrkampfabzeichen ständig stieg. Schon im Jahr 1968 begannen die Leichtathleten mit der Jugendarbeit, nach­dem die Abteilung sich nach innen entsprechend gefestigt hatte. Zu­nächst wurde eine Schülergruppe aufgebaut und später in Wettkämpfe geschickt. Rasch stellten sich Erfolge ein. Die ersten Chiemgaumeistertitel für Altenmarkt holten Sebastian Aiblinger jun. im Hochsprung und Georg Mathes (3-facher Titelgewin­ner über 100 m, Weitsprung und Ku­gelstoß) im Juni 1969 in der Klasse für Schüler A. Jüngste Titelträgerin war die 12jährige Margit Nürnber­ger, die souverän die Obb. Waldlauf­meisterschaften 1974 der Schülerin­nen B in Waldkraiburg gewann. Seit­her bestritten die Altenmarkter viele Chiemgaumeisterschaften, entschie­den sie in den verschiedensten Diszi­plinen für sich und nahmen auch an Bayerischen Meisterschaften teil. Sie erhielten mehrfach Chiemgaumeis­terschaften mit starken Teilnehmerfeldern zur Ausrichtung übertragen.

Ebenso veranstaltet die Leichtath­letik-Abteilung alljährlich Vereinsmeisterschaften im Einzel- und Mehrkampf. Qualifizierte Übungslei­ter, stellvertretend für alle der Name Hans Egner, waren und sind Vertrau­enspersonen auch in der Leichtathle­tik-Abteilung. In den 90ern etablier­te sich dann noch eine starke Lauf­gruppe mit dem stellvertretenden Abteilungsleiter Werner Oberauer und dem Spartenleiter Dieter Birnkammer. Bestritten wurden viele Läufe bis hin zum Marathon. Beim schweren Hawaii-Triathlon war der TSV mit Manfred Pahlke außeror­dentlich erfolgreich vertreten.

Aber nicht nur der leistungsbezogene Sport steht im Vordergrund. Ebenso gibt es viele TSV-Mitglieder, die jährlich in den verschiedenen Sparten der Leichtathletik trainie­ren, um das begehrte „Deutsche Sportabzeichen" und das „Bayeri­sche Sportabzeichen-Leistungs-Abzeichen" zu erringen. Allen voran ist hier Max Fontana zu nennen, dem schon jeweils 30 dieser Auszeichnungen verliehen wurden. Als ehe­maliger Abteilungsleiter sind Albert Gansl und Rudi Eberhardt zu wür­digen; ihnen gilt Dank und Aner­kennung für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz.

Faustball-Abteilung

Im April 1967 organisierten sich ei­nige Faustballer in einer eigenen Faustball-Abteilung. Das Amt des 1. Abteilungsleiters nahm Martin Fellermeier ein. Um die Vereinskasse nicht allzu sehr zu belasten, finanzierten sie den ersten Faustball sowie zwei Spielgarnituren durch Sammlungen unter den Mit­gliedern. Den ersten sportlichen Er­folg erreichte man im Jahre 68. Nachdem die Qualifikation zur Teil­nahme an den Kreismeisterschaften erspielt war, konnten die Faustballer als Endstand einen unerwarteten an­sehnlichen 4. Platz einnehmen.

Durch den Bau der Turnhalle er­hielt die Faustball-Abteilung neuen Auftrieb - konnte sie doch jetzt das ganze Jahr über trainieren. Bereits im November 1970 fand das erste Hallenturnier statt. In diesem Zeit­abschnitt erreichte die Mannschaft die Endspielteilnahme um die Oberbayerische Hallenmeisterschaft. 1983 wurde dann zwischen Tennis- und Fußballtrainingsplatz der neue Faust­ballplatz geschaffen. Am 27. März 1983 wurde erstmalig das Erich-Neubert-Gedächtnis-Turnier gespielt; den von der Familie Neubert gestifteten Pokal gewannen zum ersten Mal die Traunreuter Faustballer.

Dieses Turnier stellte sich als abso­luter Renner dar. Im Jahre 2000 konnte man eine Rekordbeteiligung von 12 Herren- und 7 Jugendmannschaften verzeichnen. Weitere Höhe­punkte waren die ]osef-Daxenber-sen-Pokalturniere und derzeit sind es die Martin-Fellermeier-Wanderpo­kalturniere. Die Altenmarkter spielen jedes Jahr mit wenigstens einer Mannschaft in der Faustball-Punkterunde mit - und das nach wie vor recht erfolgreich. Ein jährliches Jahresabschlussturnier, das neben dem sportlichen Wettkampf vor allem der Geselligkeit dient, erfreut sich seit Einführung großer Beliebtheit.


Turn-Abteilung

Im April 1969 wurde auf vielfachen Wunsch von turnbegeisterten Vereinsmitgliedern die längst erwartete und eigentlich überfällige Turn-Abteilung im TSV gebildet. Die Verantwor­tung für diese Abteilung übernahm für ein paar Monate Stefan Parzinger, um sie dann im Dezember 1969 an Helmut Graf zu übergeben. Un­ter seiner Regie entstanden mehrere Sparten in der Turn-Abteilung.Der Gedanke war, mit den Sparten den TSV-Mitgliedern, egal ob Kin­der oder ältere Herrschaften, verschie­dene Arten des Turnsports anbieten zu können. So entstand eine Gymnastikgruppe für sämtliche Alters­gruppen — angeführt und aktiviert von Lucie Schinko bzw. Heini Hoff­mann. Des Weiteren bildete sich eine Gruppe, die sich für das Gerätetur­nen interessierte. Diese Turnstunden sind immer sehr gut besucht und es bestehen mittlerweile drei Altersgruppen. Kinder ab 6 Jahren trainie­ren spielerisch Gleichgewicht und Koordination, um das nötige Selbst­vertrauen zu erwerben und die Leis­tungsgrenze ihres Körpers zu erken­nen. Später werden am Boden, Pferd, Schwebebalken und Barren verschie­dene Übungen absolviert, aber auch Tänze nach fetziger Musik einstu­diert und aufgeführt. Kinderturnfeste sowie Mannschaftskämpfe wer­den gleichfalls bestritten. Initiatoren dieser Gruppe war über lange Jahre hinweg Andrea Kaltenecker, natür­lich mit Helferinnen und Helfern.

Parallel zu dieser Gruppe gab es noch die Sparte der Trampolintur­ner, die anfangs regen Zulauf hatte. Im Laufe der Jahre wurde die An­zahl der Trampolinspringer immer kleiner und eine entsprechende Füh­rungskraft, welche die Arbeit von Georg Steinberger bzw. von Stefan Fontana mit Ehefrau Sabine weiter­machte, konnte nicht mehr gefunden werden. Somit wurde die Sparte im Frühjahr 1991 abgemeldet. Auch Aerobic blieb im TSV Altenmarkt kein Fremdwort. Durch die Ini­tiative von Hannelore Wimmer, Sonja Schmid und Elisabeth Schörghuber ist diese Gruppe eine Haupt­stütze in der Turn-Abteilung gewor­den. Regelmäßig werden diese Aerobic-Stunden von ca. sechzig Damen verschiedenster Jahrgänge besucht. Manchmal, aber nicht zu oft, nehmen auch drei bis vier Herren daran teil!!! Natürlich werden im TSV auch un­sere ganz kleinen Mitglieder nicht vergessen. So baute Lucie Schinko eine Gruppe „Mutter-Kind-Turnen" auf, die von vielen Müttern mit ihren Kindern in Anspruch genommen wird.

Tennis-Abteilung

Im Oktober 1969 wurde auf Anstoß der TSV-Vorstandschaft die Tennis-Abteilung gegründet. Abteilungsleiter wurde Georg Pichler. Da noch kein Tennis­platz zur Verfügung stand, musste der Spielbetrieb in der Turnhalle ab­gewickelt werden. Gleichzeitig be­gannen die Tennisfreunde mit den ersten Arbeiten zum Bau des vereinseigenen Platzes, der am 13. Juni 1970 bespielbar war. Wegen steigender Mitgliederzahlen errichtete man im Frühjahr 1971 bereits den zweiten. Dies war jedoch im Laufe der Zeit noch zuwenig. 1976 wurde der Stand­ort der Tennisanlage vom Traunspitz weiter nach vorne verlegt. Im Zuge dieser Aktion entstanden zwei neue Tennis-Sandplätze. Vier Jahre später kamen nochmals zwei Sandplätze und ein Umkleidehaus hinzu. Dabei wurde natürlich wie immer sehr viel Eigenleistung investiert. In besonde­rem Maße ist Rudolf Streitwieser zu erwähnen, der viele Leistungen der Tennisabteilung zukommen ließ und auch jahrelang ehrenamtlich tätig war. Im letzten Jahrzehnt hatte das Amt des 1. Abteilungsleiters Peter Widanski inne, der 1999 an Helmut Nieder übergab. Natürlich konnte man auch Erfolge auf der sportli­chen Seite verzeichnen. Nicht nur die Herrenmannschaften siegten, auch die Damen hatten öfters Grund, sportliche Siege zu feiern. In die Ju­gendarbeit wurden ebenfalls viel Zeit und Aufwand gesteckt.

Judo-Abteilung

Weiter wurde im Juni des Jahres 1970 von Herben Krall die Judo-Abteilung gebildet. Anfangs war das Interes­se einiger TSV-Mitglieder da, aber im Laufe der Jahre wurde dies gerin­ger, so dass 1979 die Abteilung wie­der abgemeldet wurde.

Wander-Abteilung

Im April 1972 schlössen sich die Wanderfreunde zu einer eigenen Wander-Abteilung im TSV zusammen und waren seit­her recht aktiv. Bei auswärtigen Wanderveranstaltungen in der nähe­ren und weiteren Umgebung betei­ligten sie sich an unzähligen Wan­dertagen. Höhepunkte waren die m Altenmarkt durchgeführten Wan­dertage. Bis zu 4000 Wanderer be­grüßten die Abteilungsleiter Josef Feichtner und Georg Maier. Aber auch diese Abteilung konnte sich nicht halten und wurde im Dezem­ber 1981 abgemeldet.

Tischtennis-Abteilung

Im September 1972 wurde dann die Tischtennis-Abteilung aktiviert. Bei vielen Familien steht die Tischtennisplatte in der Garage oder im Hobbyraum, so dass es ein­fach war, Spieler zu finden. Als einen Mann des Tischtennis kann man als Abteilungsleiter und aktiven Spieler Horst Meier bezeichnen. Er ist seit der Gründung mit kleinen Unter­brechungen ehrenamtlich um diese Sportart bemüht. Anfangs spielte man in der Turnhalle an Tischtennisplat­ten, die Privatpersonen zur Verfü­gung stellten. Zwei Platten spendete dann die Alzmetall. Nach der Be­schaffung von zwei weiteren Platten meldete die Abteilung m 1973 erst­mals eine Herren- und eine Jugend­mannschaft zu den Kreisverbands-spielen an. Seither beteiligt sich die Abteilung an den Punkterunden des Kreises Reichenhall/Traunstein.

Taekwondo-Abteilung

Mehrere Jahre war es dann mit den Abteilungsgründungen vorbei, bis man 1988 bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Südkorea beeindruckende Vorführungen der Kampfkunst Taekwondo sah. Armin Feder! und Stefan Popp, damals 15-jährige Schüler, waren derart faszi­niert, dass sie spontan beschlossen, sich um die Entstehung einer Taedwondo-Abteilung zu bemühen. Ihre Anfragen beim TSV Altenmarkt stießen auf offene Ohren und bereits im Februar 1989 konnte eine Abteilung ins Leben ge­rufen werden, deren Mitglieder ko­reanisches Taekwondo trainieren. Als 1. Abteilungsleiter fungierte Helmut Neuhauser. Seither arbeiten Übungsleiter dieses doch exotischen Sports daran, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schulen. Taek­wondo beinhaltet Stöße und Schläge mit Händen und Tritte mit Füßen, die im sportlichen Zweikampf und zur Selbstverteidigung, in der For­menschule und auch beim Bruchtest eingesetzt werden.

Ein verzweigtes Regelwerk sowie das Tragen von Schutzkleidung hal­ten das Verletzungsrisiko so gering wie möglich. Im Training üben die Schüler nicht nur Beweglichkeit und körperliche Stabilität, auch die Aus­bildung geistiger Werte steht im Lehrauftrag des Taekwondo. Beson­ders sind hier Mut, Bescheidenheit, und Selbstvertrauen, aber auch Diszi­plin und Hilfsbereitschaft anzufüh­ren. Wer etwa fünf Jahre beharrlich die Übungsstunden besucht, kann damit rechnen, zur Meisterwürde des Schwarzen Gürtels zu gelangen, einer hohen Auszeichnung in den fernöstlichen Kampfsportarten. Sol­che Prüfungen werden regelmäßig von unserer Taekwondo-Gruppe durchgeführt. In den vergangenen zwölf Jahren hat sich Taekwondo einen festen Mitgliederstamm erarbei­tet und zählt zu einer soliden Abtei­lung im gesamten Gefüge des TSV Altenmarkt.

Badminton-Abteilung

Fast zeitgleich im März 1990 fanden sich einige TSV-ler zusammen, um eine Badminton-Abteilung ins Leben zu rufen. Ungefähr 10 -15 Personen nehmen an den regel­mäßigen Trainingseinheiten teil. Es bleibt zu hoffen, dass sich weitere TSV-Mitglieder dem Badminton-Spiel widmen, um auch mal in den Wettbewerb mit anderen Vereinen einsteigen zu können.

Weitere Historie des Vereins

Natürlich gab es außer den Abtei­lungsgründungen auch noch andere Höhepunkte bzw. Anlässe, die zu feiern waren. So wurde mit mehre­ren sportlichen Veranstaltungen über das ganze Jahr 1974 verteilt die 10-Jahresfeier des TSV begangen, zu der eine eigene Broschüre erschien. Nach­dem sich der TSV in unserer Ge­meinde zu einer unübersehbaren Größe etabliert bat und selbstver­ständlich auch an örtlichen und re­gionalen Veranstaltungen teilnimmt, wurden Stimmen laut, eine Vereins­fahne anzuschaffen. Josef Daxenberger konnte diesen Wünschen nicht mehr entsprechen, aber er gab dieses Anliegen an den nachfolgenden 1. Vorstand Willi Müller (1980 - 1991) weiter. Zusammen mit einigen Altenmarkter Sponsoren setzte dieser die Anschaffung der Vereinsfahne in die Tat um. In Verbindung mit einem Sommerfest wurde die neue Fahne im Juli 1981 durch Pfarrer Stigloher in Baumburg geweiht.

Im Laufe der Jahre wuchsen die Ansprüche bzw. die Teilnahme am Sportgeschehen, so dass man bereits in den 80er Jahren darüber nach­dachte, das Umkleidehaus zu sanie­ren, was dann 1985/86 geschah. Ein neues Umkleidehaus mit Aufent­haltsraum wurde - wiederum mit viel Eigenleistung - gebaut und im Rahmen einer kleinen Feier den Sportlern übergeben. Zu diesem Anlass erschien die Broschüre "Ein Sportverein stellt sich vor", maßgeb­lich von Horst Rieplhuber erstellt.

Im September 1989 wurde Im gro­ßen Stil die 25-Jahr-Feier des TSV Altenmarkt durchgeführt. Das Fest­programm wies vom 8. - 10. Sep­tember verschiedene Veranstaltun­gen auf: herausragend der Festzug mit der Teilnahme von örtlichen und nachbarschaftlichen Vereinen, der Festgottesdienst auf dem Sportplatz und das abschließende Fußballspiel zwischen dem TSV 1860 München und unserer 1. Mannschaft. Nicht zu vergessen die Präsentationen unserer Vereinsabteilungen - angefangen vom Mutter-Kind-Turnen bis hin zur Se­niorengymnastik! Eine Jubiläums­broschüre gehörte ebenfalls dazu. Insgesamt gesehen war es eine her­vorragende und würdige Veranstal­tung für unseren TSV, die noch ge­würzt wurde mit einem 10.000,-DM-Scheck von unserer Gemeinde, übergeben vom Bürgermeister Horst Meier zur Anschaffung entsprechen­der Sporteinrichtungen. Was bei Sportanlagen nicht ausbleibt, sind immer wieder Sanierungen und Ver­besserungen. So geschehen in den Jahren 1990 - 94 mit der Erstellung der Flutlichtanlage, der Installation der Berieselungsanlage, der Sanie­rung des Aufenthaltsraumes und der umfassenden Sanierung der beiden Fußballplätze. Unser Verein bzw. unsere Sportanlage ist leider auch von Ereignissen, die weh tun, nicht verschont geblieben. Der Sturm „Wibke" verursachte 1990 starke Schäden. In unregelmäßigen Abstän­den werden die Spielfelder vom Hochwasser der Traun bzw. der Alz überschwemmt, wie es in den Jahren 1965, 1981, 1991 und 1995 der Fall war. Das ganze Sportgelände war je­des mal mit Schlamm und Dreck be­deckt. Dies bedeutete unvorherseh­bare finanzielle Belastungen und, davon abgesehen, enormen Arbeits­einsatz von aktiven und passiven Mitgliedern, bis der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Der TSV Altenmarkt steht heute so­wohl sportlich als auch finanziell auf einer gesunden Basis. Die Mitglie­derzahl im Jahre 2001 liegt bei 1300 und zeigt steigende Tendenz. Das Haushaltsvolumen 2001 umfasst 170.000,- DM. Diese Summe wird hauptsächlich von den Mitgliedsbei­trägen, etlichen Zuschüssen und vie­len Spenden gebildet. Manchen mag dieser Betrag hoch erscheinen, aber damit muss der Spielbetrieb auf­recht erhalten, müssen Ausrüstungen beschafft, die Sportanlagen erhalten und zahlreiche weitere finanzielle Belastungen aufgefangen werden. Aber auch Rolf Gönner, der 1991 die Funktion des 1. Vorstands übernom­men hat, versteht es, im Sinne seiner Vorgänger mit den bescheidenen Fi­nanzmitteln auszukommen.
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